m u s e u m
Leuchtschrift mit LEDs und Photovoltaik
LWL-Freilichtmuseum Detmold, 2005
Typografie
Solartechnik
Bautechnik und Konstruktion
Schriftzug und Planung:
Architekt Reinhold Tobey

Fotos: Benjamin Gerner
Über die Jahre waren es aber auch andere Kommunikationsfragen, die wir gemeinsam mit Reinhold Tobey beantworten konnten – so etwa die nach einem markanten Zeichen für das Freilichtmuseum. Eine geschwungene Betonmauer und ein Rasenstreifen waren von der vorbeiführenden Landstraße aus sichtbar, sollten aber auf das Freilichtmuseum hinweisen. Laut Bauordnung handelt es sich bei solchen Schildern und Namenszügen um Werbeanlagen.
Der uns begleitende Architekt machte die Landstraße allerdings zur Bühne: Die Grundidee bestand aus den Komponenten Ökologie und Landschaft und sollte schließlich den Raum entlang des Weges zur Detmolder Altstadt akzentuieren. Auf dieser Basis entstand die Idee, über der Betonmauer die übergroßen Buchstaben gleichsam schweben zu lassen und solar zu beleuchten. Nach ausreichender Sonneneinstrahlung speist nun eine Solarzelle den Schriftzug mit den Lettern m u s e u m.
Als Licht in der Nacht sollte dieses Zeichen direkt vor der Stadt geradezu rufen: „Hier sind wir!“ Es wirkt nicht grell; nicht wie eine Neonreklame, sondern mit den eingebauten LEDs sehr dezent, ist dafür aber umso wirkungsvoller. Als städtebauliches und landschaftliches Signal ist es daher nicht zu laut, aber dennoch nicht bescheiden: Mit seiner Länge von rund zwölf Metern und einer Höhe von 1,3 Metern hat es nämlich enorme Ausmaße.
Besonders faszinierend ist es für Menschen, die vor Landschaften und Räumen stehen, zu sehen, wie mit gestalterischer Fantasie begabte Architekten wie Reinhold Tobey eigene Räume und spezielle Perspektiven geradezu erfinden, die so noch nie gedacht worden sind – eine Begabung, die ich sehr bewundere.
Unvergesslich bleibt für mich eine Phase der Zusammenarbeit, in der unser Vorhaben, ein neues Eingangs- und Ausstellungsgebäude für das Museum zu realisieren, nach vielen Jahren des Stillstands wieder aufgegriffen wurde. Der Gedanke eines möglichen Scheiterns war bei diesem neuerlichen Versuch durchaus steter Begleiter. Mit welcher Zuversicht und Beharrlichkeit unser Partner in Sachen „Denken im Raum“ gemeinsam mit uns die Explorationsfahrten zu vergleichbaren Ausstellungsbauten mit LWL-Politikern und Museumskollegen koordinierte, dazu Arbeitsmaterial zusammenstellte und Empfehlungen gab, ist im Rückblick höchst beeindruckend und vermittelte allen Mitwirkenden ein großes Maß an Zuversicht.
Sich selbst und seine Netzwerkpartner in diesem Maße begeistern zu können, ist eine so beachtliche Fähigkeit, dass ich als Bauherr aus unserem Umgang vor allem eine Sache gelernt habe: Denke das Utopische, fordere das Unmögliche – und das Ergebnis wird etwas ganz Besonderes und Einzigartiges sein.
Dafür bleibe ich Reinhold Tobey dankbar und hoffe auf weitere, einzigartige Ideen!
Text: Jan Carstensen


